Nach den ersten Tagen als neuer Bürgermeister.
Seit rund 80 Tagen bin ich Bürgermeister der Stadt Beverungen. Diese ersten Wochen waren intensiv, geprägt von vielen Gesprächen, neuen Kontakten im Dreiländereck und einem engen Austausch mit Verwaltung, Politik, Vereinen, Wirtschaft und Bürgerschaft. Zeit für eine erste Bilanz – und für einen Blick auf das, was uns 2026 erwartet.
Stadtentwicklung: Kellerplatz und Innenstadt
Ein zentrales Projekt in diesem Jahr ist die Umgestaltung des Kellerplatzes im Rahmen unseres Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Der sichtbare Umbau beginnt direkt nach Rosenmontag. Ziel ist es, die Barrierefreiheit zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt spürbar zu steigern.
Die Maßnahme wird abschnittsweise bis Herbst 2026 umgesetzt. Dazu gehört auch eine neue Verkehrsführung mit einer Einbahnstraßenregelung, um mehr Raum für Anlieger und die örtlichen Geschäfte zu schaffen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,2 Millionen Euro, etwa 60 Prozent davon werden durch Fördermittel von Bund und Land getragen.
Neues Hallenbad: Ein Meilenstein für Beverungen
Der Ersatzneubau unseres Hallenbades in der Beyertrift schreitet weiter voran. Aktuell wird intensiv im Beckenbereich gearbeitet. Aufgrund von Liefer- und Personalengpässen bei einer Spezialfirma kommt es zwar zu einer zeitlichen Verzögerung, die Eröffnung wird aber weiterhin in diesem Jahr erfolgen.
Die Gesamtinvestition beträgt rund 4,97 Millionen Euro, davon werden etwa 2,7 Millionen Euro durch Förderprogramme unterstützt. Das neue Hallenbad wird ganzjährig nutzbar sein, barrierefreie Zugänge bieten und mit moderner Energieversorgung ausgestattet sein. Parallel planen wir den Ausbau des Parkplatzbereichs sowie den Ersatzneubau des Kleinkinderbeckens.
Bildung hat höchste Priorität
Das derzeit größte Einzelprojekt ist der Neubau unserer Grundschule mit einem Investitionsvolumen von rund 10,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Die Schule wird dreizügig gebaut, mit der Option auf einen vierten Zug, und erhält ein modernes Ganztagskonzept.
Bildung ist für mich ein zentraler Standortfaktor. Sie ist ein wesentlicher Grund, warum sich junge Familien für Beverungen entscheiden. Deshalb ist mir auch der direkte Austausch mit Schülerinnen und Schülern wichtig. Ich möchte regelmäßig – etwa alle drei bis vier Monate – das Jugendbistro besuchen, um im Gespräch mit jungen Menschen zu bleiben.
Ehrenamt, Sicherheit und Feuerwehr
Auch unsere Feuerwehr unterstützen wir weiter gezielt. Unter anderem investieren wir rund 570.000 Euro in ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10), das künftig am Standort Dalhausen eingesetzt wird. Damit stärken wir sowohl den Brandschutz als auch die technische Hilfeleistung in unserer Stadt.
Wirtschaft und Energiestandort Würgassen
Nach vielen Unternehmensbesuchen ist mir klar geworden, dass wir den Austausch mit den Gewerbetreibenden weiter intensivieren müssen. Deshalb möchte ich ein regelmäßiges Gewerbe-Netzwerk etablieren, das künftig im Wechsel mit der Gewerbeschau stattfinden soll.
Großes Potenzial sehe ich auch im Energiestandort Würgassen. Hier setze ich auf Pragmatismus statt Ideologie – mit dem Ziel, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region zu sichern. Zu diesem Thema gab es bereits vielversprechende Gespräche, über deren Ergebnisse ich zu gegebener Zeit informieren werde.
Haushalt und Verwaltung
Für das Jahr 2026 rechnen wir ohne Haushaltssicherung. Steuererhöhungen sind für dieses Jahr nicht geplant. Ab 2027 könnten jedoch moderate Anpassungen notwendig werden, um die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts sicherzustellen. Klar ist für mich: Beverungen spart, priorisiert und investiert verantwortungsvoll – bleibt dabei aber handlungsfähig.
Personell steht zudem eine wichtige Veränderung an: Unser Kämmerer Frank Filmar wird zum 1. September 2026 in den Ruhestand gehen. Die Nachfolge möchte ich zunächst intern ausschreiben und frühzeitig klären.
Zusammenarbeit und Ausblick
Die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung erlebe ich als ausgesprochen positiv. Ich spüre eine echte Aufbruchstimmung, die uns alle beflügelt. Für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger habe ich jederzeit ein offenes Ohr. Ich kann nicht zaubern – aber ich bin erreichbar, ansprechbar und offen für Kritik und Ideen.
Nur gemeinsam können wir Beverungen weiterentwickeln – sachlich, respektvoll und mit Blick auf die Zukunft.